Alle Nummern stürmisch beklatscht

Konzert Wieseck 26.03.-webUnter dem Motto „lebendige Kirchenmusik“ interpretierten der Posaunenchor Wieseck unter Leitung von Andreas Gramm, der Bläserkreis Hessen-Nord unter der Stabführung von Martin Koch sowie der Dekanatskantor Burghardt Zitzmann aus Gladenbach an der Orgel und Lukas Breitstadt am Schlagzeug Werke lebender Komponisten. Um es vorweg zu sagen: Das Konzert in der evangelischen Michaelskirche in Wieseck begeisterte zu Recht durch seine interpretatorische Meisterschaft das zahlreich erschienene Publikum.

Zu Beginn legten alle Mitwirkenden mit Schlagzeugakzenten und gehämmerten Bläserakkorden los zur Musik aus dem Film „Piraten der Karibik“ von Klaus Badelt. Geboten wurde ein durchweg harmonisch avanciertes Stück, das im zweiten Satz eine schöne Melodie mit Jazz-Elementen kombiniert. Das Finale zeigte sich im Gegensatz zum tänzerischen Orgelsolo des vorangegangenen Satzes wieder motorisch bestimmt. Glaubenszuversicht verbreitete der Posaunenchor mit „Herr, mach uns stark“ von Michael Schütz. Die folgende Improvisation von Zitzmann folgte dem Formschema einer Choralpartita in vier Teilen, die von einer vierstimmigen Fuge mit Doppelpedal gekrönt wurde. Einem Choralsatz schließt sich eine melismatisch verzierte Melodie an, die in einer triumphalen Fuge mündet. Der Organist vereinte musikalische Erfindungskraft mit virtuoser Spielfreude.

Die Suite Nr. 6 für Bläser von Traugott Fünfgeld wurde vom Bläserkreis Hessen-Nord unter der versierten Leitung von Martin Koch klangfroh und lebendig dargeboten. Dabei geriet der farbenfrohe, fanfarenhafte Beginn der Intrade ebenso gut wie die getragene Melodie der Ballade des zweiten Satzes. Im zweiten Teil des Konzertes ertönte zunächst Fünfgelds Stück über „Großer Gott, wir loben dich“. Eine Choralfantasie mit introduktionsartigem Beginn brachte zunächst Choralfragmente, um dann die Melodie in vollem Blechbläserglanz erstrahlen zu lassen. Die Improvisation für Orgel und Schlagzeug über den Choral „Wer nur den lieben Gott lässt walten“ gestalteten Zitzmann und Breitstadt differenziert und farbenfroh. Dabei erwies sich der Beat des Schlagzeugs als moderne Analogie zum Basso continuo der Barockzeit. Interessant und lehrreich war es zu beobachten, wie die Musiker sich rhythmische Motive zuspielten. Dabei trug die Improvisation zeitweise minimalistische Züge.

Mit Fünfgelds Komposition über „Mein schönste Zier und Kleinod“ verabschiedeten sich alle Mitwirkenden fulminant vom Publikum, das alle Nummern des Programms stürmisch beklatschte.

Quelle: Gießener Anzeiger, 26.03.2014

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